Spotlight: Sebastian Gerhart

In unserer Serie Spotlight stellen wir Mitglieder der RaceRoom-Community und ihre Geschichten vor. Dieses Mal: Sebastian Gerhart – die Stimme unzähliger RaceRoom-Streams.

 

RaceRoom: Hallo Sebastian! Du bist ja vielen Fahrern aus der deutschen RaceRoom-Community als Kommentator bekannt. Aber wie hat das überhaupt angefangen? Wie bist du in die Simracing-Szene gekommen?

Sebastian Gerhart: Die Simracing-Szene hat für mich mit Nascar 4 angefangen, und ich bin lange gefahren und habe nicht moderiert. Als Kommentator mache ich das seit 2012.

 

RaceRoom:  Mittlerweile sind da ja einige Streams zusammengekommen, auf denen du kommentierst. Was glaubst du, wie viele sind das jetzt schon gewesen?

Sebastian Gerhart:  Ich glaube, allein jetzt über die letzten 12 Monate ist so viel zusammengekommen wie in den letzten 2 Jahren davor. Ich würde mal behaupten, ich komme so auf vielleicht 300 oder 400 Streams. Irgendwann hört man auf zu zählen.

 

RaceRoom: Wie sieht denn die Vorbereitung aus?

Sebastian Gerhart: Das hängt erstmal vom Format ab. Ist es eine Serie oder nur ein einzelnes Event? Dann kommt dazu, ob ich die Fahrer und die Liga schon kenne. Solche Sachen minimieren dann die Vorbereitungszeit. Aber wenn es komplett neu anfängt, stecken da schon mehrere Stunden Arbeit allein für die Vorbereitung drin. Vorherige Ergebnisse, die Aussprache der Fahrernamen, dann rede ich noch mit einigen Fahrern, was sie sich für das Rennen erwarten. Und dann natürlich immer die Vorbereitung mit der Strecke, da muss ich mich immer etwas auffrischen.

RaceRoom: Als Simracing-Kommentator ist man oft auch nicht nur als Stimme, sondern auch als Kameramann gefragt. Wie gestaltet sich die Arbeit mit RaceRoom?

Sebastian Gerhart: Auf RaceRoom ist es tatsächlich am Einfachsten. RaceRoom bietet das Broadcast Tool, man sieht direkt alle Fahrer und die dazugehörigen Lackierungen live vor Augen. Da fällt sogar ein Teil Vorbereitungszeit weg. Ich gehöre zu den Kommentatoren, die sehr gerne die Kameraführung auch selber machen. Dann kann man viel fließender kommentieren und bekommt die Überleitungen zwischen den verschiedenen Rennszenen einfacher hin.

 

RaceRoom:  Was glaubst du, in welche Richtung sich das Simracing entwickeln wird?

Sebastian Gerhart: Ich glaube, die Entwicklung geht zunehmend in zwei Richtungen. Das hängt auch mit den Communities und den Titeln zusammen. Die eine Richtung, das ist wirklich der eSport, da bleibt man im „Computerspiel“-Bereich. Vor allem einige neue Spiele, die in Zukunft erscheinen, gehen ja in diese Richtung. Und andererseits gibt es die Seite, die die Simulation möchte, so realistisch wie möglich und ganz klar orientiert am echten Motorsport. Tatsächlich sind das beides gute Ideen, weil es im Endeffekt Synergien fördern wird. Fahrer aus dem realen Motorsport werden an die Welt des Gaming herangeführt, und Gamer finden ihren Weg zum Motorsport. Und die Simracing-Szene profitiert davon, nicht zuletzt durch solche Formate wie die eSports WTCC.

RaceRoom: Wenn du die ganze Zeit die Rennen kommentierst, juckt es dir da nicht wieder in den Fingern?

Sebastian Gerhart: Ja, auf jeden Fall, und ich bin im letzten halben Jahr auch wieder in einer kleinen Serie gefahren. Ich habe auch eine Liste mit Serien, die ich gerne mal fahren würde, aber der Knackpunkt ist einfach, wenn man die ganzen Abende kommentiert, kommt man leider nicht so oft dazu, selber mitzufahren. Aber oft ist es auch so, da finde ich das Entertainment einfach besser, wenn man sich die Rennen anschaut und gar nicht selber mitfährt.

 

RaceRoom: Das ist ein interessanter Punkt. In anderen Spielen hat es sich ja mittlerweile schon dahin entwickelt, dass der eSport wie andere Sportarten im Fernsehen sehr gut für Zuschauer funktioniert, die selber gar nicht aktiv sind.

Sebastian Gerhart: Da passiert im Simracing derzeit leider oft noch zu wenig. Viele Streams im Simracing richten sich ja in erster Linie an die Leute, die selber fahren. Die Frage ist ja, wie verpacke ich das, dass es auch interessant ist für Leute, die nicht in der Szene sind? Und dann gehört es auch dazu, dass man vor allem abseits der Rennen, in den zwei bis vier Wochen zwischen den Events, einen medialen Aufwand betreibt, dass man die Serien präsent hält und dass man es pusht.

 

RaceRoom: Vielen Dank für das Interview, Sebastian!

Sebastian Gerhart: Danke ebenfalls!

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